Dividendensaison: Weniger ist mehr

3. Quartal 2020: Langfristig orientierte Anleger können von reduzierten Dividenden profitieren

Eigentlich ist gerade Hauptversammlungssaison. Doch die Termine vieler Aktionärstreffen sind wegen der Corona-Pandemie verschoben worden. Einige Unternehmen – wie der Pharmariese Bayer – haben sie inzwischen virtuell abgehalten. Da eine Gewinnbeteiligung erst ausgezahlt werden darf, wenn der Aufsichtsrat sowie die Hauptversammlung dies beschlossen haben, fließen damit auch die jährlichen Dividenden später.

Und sie fallen auch spärlicher aus. „Denn die meisten Unternehmen in Europa und den USA nutzen jetzt die Möglichkeit, Dividenden zu kürzen oder ganz auszusetzen“, weiß Geert-Jürgen Broekman, Vermögensberater bei der Volksbank Niedergrafschaft, und beruhigt zugleich: „Für Aktionäre muss dies aber nicht von Nachteil sein.“ Im Gegenteil: Unter Umständen könne der Verzicht auf eine Dividendenzahlung oder ihre Kürzung für Anleger sogar durchaus sinnvoll sein. Denn wenn das Unternehmen dadurch in der Krise seine Position verbessere, könne sich dies in einer mittel- bis langfristigen Wertsteigerung auszahlen.

Manche Branchen zahlen Dividenden

Zugleich gibt es einige Branchen, die trotz Coronakrise Aussichten auf gute Ergebnisse und stabile oder in Einzelfällen sogar leicht steigende Dividenden bieten dürften. Dazu zählen etwa Gesundheit, Nahrungsmittel und Körperpflege, Telekommunikation sowie Teile des Versorgersektors. „Zahlt ein Unternehmen jetzt eine Dividende, ist das ein Signal, dass es sich in der Lage sieht, die Krise aus eigener Kraft zu meistern, und keine Staatshilfe oder Kapitalerhöhung in Anspruch nehmen will“, meint Broekman.

Es wird aber auch Wachstum durch Innovationen geben. Denn unabhängig von der Coronakrise befindet sich die globale Wirtschaft in einem tiefgreifenden Wandel. Digitalisierung und Gesundheit zählen zu den langfristigen Wachstumstrends, genauso wie erneuerbare Energien und klimafreundliche Technologien. Diese Trends werden durch die Krise noch verstärkt. Broekman nennt ein Beispiel: „Geschäftsreisen etwa könnten immer mehr durch digitale Meetings ersetzt werden.“

Das begünstigt Unternehmen aus dem IT-Bereich sowie Softwareanbieter, aber auch Halbleiterhersteller. Softwarehersteller mit Abo-Modellen, die regelmäßig wiederkehrende Erlöse bieten, sind diesbezüglich gut positioniert, aber auch Halbleiterspezialisten. Auch Handelsplattformen im Internet bieten Chancen. Viele dieser Unternehmen verfügen über starke Bilanzen und dürften nach der Coronakrise ihre Marktanteile noch ausweiten. Damit steigt ihre Fähigkeit, verlässliche und steigende Dividenden zu zahlen oder Aktienrückkäufe vorzunehmen.

Geert-Jürgen Broekman fasst zusammen: „Einige Unternehmen kürzen oder streichen als Folge der Corona-Pandemie ihre Dividenden. Kurzfristig belastet dies zwar die Anleger, stärkt langfristig aber die Unternehmen und kommt Investoren damit zugute. Der Gesundheits- und der Telekommunikationssektor sowie ausgewählte defensive Unternehmen bieten weiterhin verlässliche Ausschüttungen.“

Wer sich weiter über Anlagemöglichkeiten mit Dividenden, wie etwa spezielle Dividendenfonds, informieren wolle, könne gern ein persönliches Gespräch mit den Vermögensberatern der Volksbank Niedergrafschaft führen. Denn bei Fonds seien Risiken, wie etwa das Risiko marktbedingter Kursschwankungen und das Ertragsrisiko, zu berücksichtigen. Die Experten bieten auch ein Telefonat oder eine Videokonferenz an, um ausführlich über Chancen und Risiken solcher Geldanlagen zu sprechen. Die Volksbank Niedergrafschaft gehört wie der Fondspartner Union Investment zur genossenschaftlichen FinanzGruppe.