Perspektiven für die Kapitalmärkte

2019: Verändertes Umfeld an den Kapitalmärkten

Im anstehenden Börsenjahr dürfte es volatil zugehen. Union Investment, der Fondspartner der Volksbank Niedergrafschaft, sieht das Umfeld an den Kapitalmärkten maßgeblich durch die spätzyklische Konjunkturphase geprägt. Wo in 2019 die Favoriten liegen und wie Anleger sich darauf einstellen können.

Das Börsenjahr 2018 stellte die Nerven vieler Anleger auf die Probe. Wie geht es im kommenden Jahr weiter? Die Fondsgesellschaft Union Investment sieht die konjunkturelle Entwicklung in den Vereinigten Staaten als einen der wesentlichen Treiber für die Kapitalmärkte. Die größte Volkswirtschaft der Welt befindet sich in einer späten Phase des Konjunkturzyklus. „Eine Abkühlung wird damit wahrscheinlicher. Eine Rezession erwartet unser Fondspartner jedoch nicht“, sagt Bernd Wolters, Individualkundenbetreuer bei der Volksbank Niedergrafschaft. Die US-Wirtschaft werde weiter solide wachsen, wenn auch etwas schwächer. Daneben entfalte auch die Steuerreform weiterhin eine konjunkturstimulierende Wirkung.

Auch die Wirtschaft in Europa und Deutschland dürfte wachsen, jedoch auf niedrigerem Niveau. Die Region würde damit weiter hinter den USA zurückbleiben. Gerade Deutschland habe als starke Exportnation unter dem zunehmenden Protektionismus zu leiden. Daneben falle auf die Automobilbranche – eine deutsche Schlüsselindustrie – aufgrund der Dieseldiskussion ein Schatten. „Hinzu kommen politische Risiken in Europa. Nach wie vor sorgen der Brexit und der Konflikt um das italienische Haushaltsdefizit für Unsicherheit“, zitiert Wolters die Fondsgesellschaft.

Unter den protektionistischen Tendenzen leiden insbesondere Länder, die stark von der Globalisierung profitieren. So stehen auch die Schwellenländer zumindest kurzfristig auf der Verliererseite. Die langfristigen Perspektiven sind dagegen vielversprechend.

Geldpolitik mit moderater Straffung

Aufgrund des flacheren Wachstumspfades der Weltwirtschaft und gestiegener politischer Risiken rechnen die Experten des Fondspartners weiterhin lediglich mit einer moderaten Straffung der Geldpolitik. Die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) wird die Zinsen im Jahr 2019 dreimal erhöhen, erwarten die Experten der Fondsgesellschaft. In Europa, wo die Kerninflation noch immer niedrig ist, könnte die Europäische Zentralbank (EZB) zum Ende des Sommers 2019 den negativen Einlagensatz nach oben anpassen. Eine Anhebung der Leitzinsen stehe jedoch nicht vor Ende 2019 an.

Im Zuge dessen dürften die Renditen für sichere Rentenpapiere eine leichte Aufwärtstendenz verzeichnen. Eine Trendumkehr erwarten die Fondsmanager bei verzinslichen Wertpapieren mit Renditeaufschlag, sogenannten Spread-Produkten. Hier ist die Zeit rückläufiger Risikoaufschläge vorbei. „Gründe hierfür sind die Veränderungen in der Geldpolitik, wachsende Opportunitätskosten im Zuge anziehender Zinsen sowie höhere Risiken“, erklärt Wolters.

Aktien bleiben attraktives Investment

Aktien gehören für Union Investment im Jahr 2019 weiterhin zu den Anlagefavoriten. Die Konzerne verdienen nach wie vor gut. „Die Gewinne werden weiter wachsen“, meint der Individualkundenbetreuer. „Hier liegt also Potenzial für Kurssteigerungen.“

Doch innerhalb der Anlageklasse Aktien differenziere sich das Bild. Besonders zyklische und zinssensitive Sektoren dürften unter Druck geraten. Interessant seien weiterhin Aktien aus den USA. Das Land verfüge über einen riesigen Binnenmarkt, was besonders für US-Titel mit einem starken Standbein im Heimatmarkt spreche. Europa biete dagegen gemischte Perspektiven. „Zwar traut man den hiesigen Unternehmen ein Gewinnwachstum zu. Aber es gibt eben auch Risiken, wie die Exportabhängigkeit, Italien und den Brexit“, macht Wolters deutlich.

„Anleger sollten sich auf ein schwankungsintensives Börsenjahr einstellen“, rät Wolters. Die Rahmenbedingungen an den Kapitalmärkten änderten sich gerade in vielfacher Hinsicht, etwa bei Konjunktur, Geld- und Geopolitik. „Aber 2019 bietet auch Chancen, denn der Konjunkturzyklus ist noch nicht zu Ende“, schließt Wolters ab.